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Pressedienst

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Montag, 28. Juli 2003

Seelsorge
Festgottesdienst mit Bischof Marx
Herz-Jesu Elversberg feiert 100jährige Kirchweih – Gedenktafel für Johannes Ries

Bischof Marx segnet die Gedenktafel an Pfarrer Johannes Ries
Elversberg - „Ich danke ihrer Gemeinde, dass diese Kirche kein Museum wird sondern ein Hoffnungszeichen bleibt“. Das sagte Bischof Dr. Reinhard Marx der Elversberger Pfarrgemeinde Herz Jesu zum 100. Jahrestag der Weihe ihrer Pfarrkirche. Dieses Jubiläum Ende Juli war Anlass für ein fünftägiges Fest der Gemeinde. Bischof Marx kam aus Trier um mit den Elversbergern am 25. Juli den großen Dankgottesdienst zu feiern. Exakt auf den Tag 100 Jahre zuvor hatte der damalige Trierer Bischof Michael Felix Korum die fertig gestellte Kirche geweiht. In seiner Festpredigt dankte der heutige Trierer Bischof den Gemeindemitgliedern für ihr Glaubenszeugnis in den 100 Jahren. Das Jubiläum solle Anlass sein, sich zu freuen, dass wir Kirche Gottes sein dürfen. Die Treue zu Gott durch alle Jahrhunderte sei nicht etwas, „was wir selbst machen“. Vielmehr sei es Gott, der seine Gemeinde zusammen rufe, sagte Marx. Vieles habe sich in den letzten 100 Jahren in der Kirche geändert und das sei auch gut so. Diese Veränderung sei aber nur möglich weil die Kirche im Wort Gottes einen festen Bezugspunkt habe. Es komme immer wieder darauf an, sich auf dieses von Gott geschenkte Wort wirklich einzulassen und Gott treu zu bleiben. Wenn heute viele Menschen Gottesdienste langweilig fänden, so liege dass vielleicht daran dass sie sich nicht der ganzen Botschaft Gottes öffneten und so nicht in die Mitte des Glaubens vorstoßen könnten. Bischof Marx lud alle Gläubigen in der voll besetzten Kirche ein, sich gegenseitig zu helfen, auf das Wort Gottes zu hören und die Kirche als lebendiges Gebäude aufzubauen. Wenn die Kirche als die „Familie Gottes“ auf das Wort Gottes höre und darauf baue, „dann finden wir auch ökumenisch Wege weit über das hinaus, was wir derzeit überhaupt erahnen“, sagte Marx.

Im Jubiläumsgottesdienst segnete Bischof Marx eine Gedenktafel, die künftig in der Pfarrkirche an den aus Elversberg stammenden Priester Johannes Ries erinnern soll. Pfarrer Ries war 1942 nach 19jähriger Tätigkeit als Pfarrer in Arzfeld in der Eifel wegen seines konsequenten und beharrlichen Widerstandes gegen die NS-Diktatur verhaftet worden und starb am 4. Januar 1945 im KZ Dachau.

Die Kunsterzieherin Liselotte Leister entwarf die Gedenktafel: zwei durch eine Kette gefesselte, flehende Hände hinter Stacheldraht. Der Entwurf wurde von Schülern der Erweiterten Realschule Spiesen-Elversberg im Rahmen einer Projektwoche zu einem Relief aus mehreren Tontafeln modelliert und gebrannt. Mit der Gedenktafel wolle man über den vorbildlichen Priester Johannes Ries hinaus auch „an alle Menschen erinnern, die sich in ihrem Einsatz und Eintreten für christliche humane Werte nicht scheuten, Zivilcourage zu zeigen, ihr Leben riskierten und es dabei auch verloren. Sie sollten nun auch in Zukunft Vorbild sein für unseren eigenen Einsatz in Kirche und Gesellschaft“, erklärte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Martin Duckstein im Festgottesdienst.



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