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Pressedienst

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Donnerstag, 24. Januar 2008

Aktion Arbeit
Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können
„Aktion Arbeit“ stellt Modell für Dritten Arbeitsmarkt vor

Bischof Marx bei der Vorstellung des Modells für den Dritten Arbeitsmarkt.

Trier – Ein Modell zur Gestaltung eines dauerhaften, öffentlich gestützten Arbeitmarkts hat die „Aktion Arbeit", die Solidaritätsaktion des Bistums Trier für Arbeitslose, am 24. Januar in Trier vorgestellt.

„Das Kernproblem sind fehlende Arbeitsplätze für Menschen mit gemindertem Leistungsvermögen oder Vermittlungshemmnissen", betonte der scheidende Trierer Bischof Dr. Reinhard Marx bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Konzeptes mit dem Titel „Arbeitsplätze schaffen. Ein Vorschlag zur Gestaltung des so genannten Dritten Arbeitsmarktes". Trotz des Aufschwungs gebe es nach wie vor kaum Stellen für Langzeitarbeitslose, die deutsche Quote an Langzeitarbeitlosen sei die höchste in Europa. Bisher werde versucht, diese Leute und „Minder-Leistungsfähige" für den normalen Arbeitsmarkt zu qualifizieren, auf dem aber hauptsächlich die Leistungsstärksten gefordert seien. Das Ergebnis sei, dass Betroffene „ständig in neue Maßnahmen geführt" würden, was aber letztlich wenig erfolgreich und oft frustrierend sei. „Alles Fördern und Fordern hilft nichts, wenn es nach den Maßnahmen keinen Arbeitsplatz gibt, in den hinein vermittelt werden kann", plädierte Bischof Marx für einen öffentlich gestützten Arbeitsmarkt. „Es geht darum, nicht nur an den bestehenden Stellschrauben zu drehen, sondern es geht um einen Paradigmenwechsel", forderte Marx einen Richtungswechsel der Politik hin zu einem Dritten Arbeitsmarkt. Hier sei es nicht nur Aufgabe der Kirche, die Diskussion darüber in Gang zu halten. „Wir wollen auch konkrete Vorschläge machen", erklärte der Bischof die Entstehung des Papiers. Im Gegensatz zu den bisherigen Maßnahmen setze das Modell der „Aktion Arbeit" nicht beim Arbeitslosen, sondern bei den Arbeitgebern an, erläuterte Bischof Marx die „Pull-statt-Push-Strategie" des „Aktion-Arbeit"-Modells. Für die Arbeitgeber solle es durch geeignete Förderinstrumente interessant gemacht werden, „leistungsgeminderte Personen" zu beschäftigen.

Wie diese Förderinstrumente konkret aussehen könnten, erklärte Hans Casel, Bischöflicher Beauftragter für die „Aktion Arbeit". „Durch einen Investitionszuschuss, laufende Lohnkostenzuschüsse und die Übernahme der Kosten für die notwendige pädagogische Betreuung" solle es für klassische Beschäftigungsbetriebe, aber auch für ganz normale Firmen interessant werden, Menschen mit gemindertem Leistungsvermögen einzustellen. Durch eine zehnjährige Zweckbindung des Investitionszuschusses sollten Mitnahmeeffekte ausgeschlossen werden. Zwar kosteten diese Instrumente erst einmal Geld. „Langfristig ist die Beschäftigung im Dritten Arbeitsmarkt aber sogar günstiger als die Finanzierung von Arbeitslosigkeit ist", unterstrich Casel. Zum einen spare die Öffentliche Hand die Kosten für Hartz-IV-Leistungen, auf der anderen Seite seien die Beschäftigungsverhältnisse nach dem neuen Modell steuer- und sozialbersicherungspflichtig, so dass ein Teil der Kosten an den Staat zurückfließe.

Dass das Modell des Dritten Arbeitsmarktes preiswerter ist, als die bisherige Praxis, bestätigte auch der Trierer Unternehmensberater Benedikt Queins, der die „Aktion Arbeit" beim Entwurf des Modells beraten hat. „Wenn wir von der Schaffung von 800.000 Arbeitsplätzen in zehn Jahren ausgehen, rechnet sich das Modell nach sechs Jahren", sagte Queins.

„Es ist gut durchgerechnet", betonte auch Bischof Marx. Er wies jedoch auch darauf hin, dass es nicht nur um Geldsummen gehe. „Es geht darum, dass die Menschen Arbeit haben, von der sie leben können". Deswegen sei der jetzt vorgelegte Vorschlag keine „Fantasterei". „Es ist gut durchgerechnet, es kann funktionieren".


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