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Pressedienst

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Freitag, 17. April 2009

Seelsorge
Mönche sind keine „Mieseprimeln"
Salzburger Äbtekonferenz tagt in Trier – Abtprimas Notker Wolf zu Gast

Abt Ignatius Maaß (li) und Abtprimas Notker Wolf (re)

Trier – 50 Äbte, Priore und Äbtissinnen der deutschsprachigen Benediktinerklöster in Europa haben sich vom 14. bis 17. April im Robert-Schuman-Haus in Trier getroffen. Das diesjährige Treffen der so genannten Salzburger Äbtekonferenz (SÄK) stand unter dem Thema „Der klösterliche Alltag in der Spannung von „(Gründungs)-Vision und Organisation". Am Mittwoch, 15. April war der oberste Vertreter der Benediktiner in Rom, Abtprimas Notker Wolf, zu Gast in Trier.

Obwohl in den europäischen Gesellschaften die Entscheidung für einen geistlichen Beruf heute kaum noch Unterstützung finde, gehe es den Benediktinern weltweit recht gut, erklärte Notker Wolf in Trier. Gerade in ärmeren Ländern und in Asien würden heute neue Benediktinerklöster gegründet, beispielsweise in Kuba, China, Kasachstan, Indien und Vietnam, berichtete Wolf „Wenn ich noch einmal auf die Welt käme, würde ich den gleichen Weg gehen", sagte der neunte Abtprimas der benediktinischen Konföderation mit Blick auf das Klosterleben. Klöster seien keine Orte der Traurigkeit, Mönche keine „Mieseprimeln", es mache ihm Freude mit anderen zusammen zu leben, von der Gemeinschaft getragen zu werden. „Ich sehe es als Privileg an, in San Anselmo mit lauter jungen Menschen zusammen zu sein." schwärmte der 68-Jährige, der in der Freizeit gerne E-Gitarre spielt und noch im vergangenen Jahr sogar in Benediktbeuren mit der Rockband „Deep Purple" zusammen auf der Bühne stand.

Der Abtprimas hat seinen Sitz in der Päpstlich-Philosophisch-Theologischen Hochschule San Anselmo in Rom. „Wir stehen heute durch die Globalisierung an einem Wendepunkt", sagte Wolf „dafür brauchen wir San Anselmo besonders." An dem Benediktinerkolleg aus dem 19. Jahrhundert studieren heute 450 Menschen aus der ganzen Welt. „Wir vergeben dort auch Stipendien, denn die Länder, wo wir den meisten Nachwuchs haben, sind arm." Deswegen gebe er alle Gelder, die er einnehme an die Stiftungen der Hochschule – „damit wir auch zukünftig für das geistliche Niveau des Ordens sorgen können."

Zum Besuchsprogramm der Konferenzteilnehmer in Trier gehörte auch ein Abstecher in die Benedikinerabtei St. Matthias und das Integrative Wohnprojekt Schammatdorf, das von den Mattheiser Mönchen vor 30 Jahren mit initiiert wurde. Beim Besuchsprogramm verriet Notker Wolf, dass seine Eltern aus der Trierer Region stammten. „Ich habe früher die Ferien hier verbringen dürfen, denn meine Mutter kam aus Mannebach bei Saarburg und mein Vater von der Mosel aus der Nähe von Alf und bis zu ihrem Tod haben meine Eltern mit mir ihren Dialekt gesprochen und von daher verstehe ich auch gut Luxemburgisch."

Die Salzburger Äbtekonferenz (SÄK) wurde um 1620 gegründet und ist eine Vereinigung aller höheren Oberen der Benediktinerklöster im deutschsprachigen Raum. Ebenfalls vertreten sind die Benediktiner aus Ungarn, Polen, Tschechien, Kroatien und Litauen. Die Äbtekonferenz tagt jährlich in der Woche nach Ostern abwechselnd in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vorsitzender ist seit 2003 Abt Benno Malfèr von der Abtei Muri-Gries bei Bozen in Südtirol.

Im Bistum Trier gibt es drei bedeutende Benediktinerabteien: St. Mauritius im saarländischen Tholey, St. Matthias in Trier und Maria Laach bei Mendig. Daneben gibt es das Benediktinerinnen-Kloster Bethanien in Trier. Weitere Informationen zu den Benediktinern im Internet unter www.benediktiner.de




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