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Pressedienst

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Samstag, 20. März 2010

Bischof
Eindeutige Verurteilung sexuellen Missbrauchs
Bischof Ackermann zum Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI.
Trier/Rom/Bonn – In seinem am 20. März veröffentlichten Hirtenbrief an die Katholiken in Irland hat Papst Benedikt XVI. sexuellen Missbrauch eindeutig als Verbrechen verurteilt und dazu aufgefordert, Vergehen und Fehler offen einzugestehen. Das hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am 20. März im Blick auf den Hirtenbrief des Papstes betont. Bischof Ackermann ist seit Ende Februar der „Besondere Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich“.

Bischof Ackermann zeigte sich nicht enttäuscht darüber, dass in dem Hirtenbrief nicht explizit auf die Situation in Deutschland eingegangen werde. Dies sei nicht verwunderlich, nehme der Papst in dem Hirtenbrief doch ausdrücklich die kirchliche Situation in Irland in den Blick. „Dennoch gelten die grundsätzlichen Aussagen des Briefes auch für uns in Deutschland, ja weltweit“, machte der Bischof von Trier deutlich. Dazu gehörten unter anderem: die offene Kritik an jeder falschen Sorge um den Ruf der Kirche und die Vermeidung von Skandalen, sowie der primäre Blick auf die Opfer in Aufarbeitung und Prävention. Zudem mache Papst Benedikt deutlich, dass es keine Entlastung der Verantwortung der Täter geben könne. Auch kritisiere er scharf die mangelnde Verantwortung kirchlicher Autoritäten (Bischöfe, Obere). Mehrfach wiederhole Papst Benedikt zudem den Appell, mit den staatlichen Behörden zusammen zu arbeiten und die Vorgaben der Justiz voll einzuhalten. Außerdem mahne der Papst zu einer soliden Priesterausbildung und kritisiere ein klerikalistisch verengtes Kirchenverständnis.

Nach Einschätzung von Bischof Ackermann ist der Hirtenbrief des Papstes „einfühlsam, klar und spirituell zugleich“. Papst Benedikt XVI. bette die gesamte Missbrauchsthematik in den Horizont des Glaubens ein. Bischof Ackermann: „Der Brief des Papstes macht aber zweifelsfrei klar, dass die Perspektive des Glaubens die juristische, menschliche, individual- und sozialpsychologische Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in keiner Weise ersetzen oder verbrämen soll. Vielmehr geht es um eine Perspektive, die die genannten Instrumente und Methoden übersteigt und auch da noch auf Versöhnung, auf Heilung und Neuanfang hofft, wo unsere menschlichen Mittel an ihr Ende kommen. Um diese gläubige Perspektive kann der Papst freilich letztlich nur werben.“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, dankte in einer Stellungnahme Papst Benedikt XVI. für dessen Hirtenbrief und betonte, dass das, was der Papst hier sage, Geltung für die ganze Kirche habe und auch eine Botschaft nach Deutschland sei. „Ohne Wenn und Aber verurteilt der Papst die schrecklichen Verbrechen, die an jungen Menschen begangen wurden, als Mitglieder der Kirche, besonders Priester und Ordensleute, sie sexuell missbrauchten“, unterstreicht der Vorsitzende. Mit Ernst und mit großer Sorge stelle sich der Papst dem Problem sexuellen Missbrauchs. Vorrang habe dabei für ihn die Perspektive der Opfer. Im Blick auf die Situation in Deutschland macht der Erzbischof deutlich: „Wir dürfen Fehler nicht wiederholen und brauchen auch in Deutschland eine lückenlose Aufklärung und uneingeschränkte Transparenz.“

Der Papstbrief sowie die Erklärungen finden sich im Wortlaut unter www.bistum-trier.de oder www.dbk.de


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