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Pressedienst

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Donnerstag, 24. Juni 2010

Bischof
Offenes und persönliches Gespräch
Bischof Ackermann trifft sich mit Missbrauchsopfern

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat sich in Trier mit Missbrauchsopfern getroffen
Trier – Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hat sich am Mittwoch, 23. Juni mit 21 Männern und Frauen getroffen, die in den vergangenen sechs Jahrzehnten Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester im Bistum Trier wurden. „In einem offenen und persönlichen Gespräch berichteten die Betroffenen von der erlittenen sexuellen Gewalt und den Folgen, an denen sie bis heute leiden“, sagte Bischof Ackermann im Anschluss an das rund zweieinhalbstündige Gespräch, an dem auch die kommissarische Missbrauchsbeauftragte des Bistums Trier, Dorothee Bohr, teilnahm. Die Atmosphäre sei „vertrauensvoll und gut“ gewesen. Moderiert wurde das Gespräch von der Diplom-Psychologin Dorothee Lappehsen-Lengler, Leiterin der Lebensberatungsstelle des Bistums Trier in Saarbrücken. Bischof Ackermann ist seit Ende Februar auch Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs habe man darüber gesprochen, welche Maßnahmen helfen können, um sexuellen Missbrauch weitestgehend zu verhindern. „Zur schmerzlichen Erfahrung der Opfer gehört es auch, dass die Erwachsenen sie damals zu wenig in einer gesunden Wahrnehmung der erlittenen Gewalt unterstützt haben“, sagte der Bischof. Im weiteren Verlauf des Gesprächs habe man die Pflicht zu einer sorgfältigen Auswahl der Priesteramtskandidaten, die bisweilen falsche Überhöhung des Priesterbildes, die erforderliche Sorge des Bischofs um seine Priester, sowie die Frage von Macht und Machtmissbrauch in der Kirche thematisiert. Besonders kritisch sei von den Gesprächsteilnehmern das Verhältnis der katholischen Kirche zur Sexualität beurteilt worden. Zur Sprache sei auch die Frage gekommen, wie eine finanzielle Anerkennung der erlittenen sexuellen Gewalt aussehen könne.

Bischof Ackermann versprach den Gesprächsteilnehmern, in einigen Monaten in einem Brief Auskunft darüber zu geben, wie die Anregungen aus dem Gespräch aufgegriffen und umgesetzt werden. Es wurde auch der Wunsch geäußert, das von wechselseitiger Offenheit geprägte Gespräch fortzusetzen. Der Bischof dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Bereitschaft, an der Aufarbeitung der Missbrauchsproblematik und der Weiterentwicklung von Präventionsmaßnahmen mitzuwirken.



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