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Pressedienst

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Mittwoch, 13. Oktober 2010

Kultur
Auf der Suche nach der Urfassung des Gregorianischen Chorals
Ausstellung in der Dominformation würdigt Dommusikdirektor Hermesdorff

v.l.n.r. Kantor Marcus Dahm, Dompropst Werner Rössel, Prof. Matthias Kreuels und Domkapellmeister Stephan Rommelspacher
Trier – Ein Choralwissenschaftler von Weltruf war der Trierer Dommusikdirektor Michael Hermesdorff (1833-1885) zu Lebzeiten, doch sein Name geriet über die Jahrzehnte in Vergessenheit. Das Trierer Domkapitel, dessen Mitglied Hermesdorff war, würdigt den Musiker zu dessen 125. Todestag mit einer Ausstellung, die bis zum 21. November in der Trierer Dominformation zu sehen ist.

„Michael Hermesdorff hat sich als Forscher akribisch mit den alten Texten befasst und war weit über die Grenzen des Bistums hinaus bekannt“, erklärte Dompropst Werner Rössel bei der Vernissage zur Ausstellung. Rössel sagte, für den Ausstellungsleiter Marcus Dahm sei die Beschäftigung mit Hermesdorf „eine Herzensangelegenheit“. Der aus Bitburg stammende Troisdorfer Kantor stieß während Studien am Bischöflichen Priesterseminar in Trier auf Spuren des Wirkens Hermesdorffs. „Mir wurde schnell klar, dass er einer der wichtigsten Kirchenmusiker seiner Zeit war“, sagte Dahm. Zu seiner Zeit habe es „ein weltweites Ringen um die richtige Singweise des gregorianischen Chorals“ gegeben. Die Ausstellung besteht aus Texttafeln und zeitgenössischen Exponaten, darunter lange nicht auffindbare Schriften Hermesdorffs aus Archiven in Trier, Regensburg, Eichstädt und Beuron sowie aus Familienbesitz. Matthias Kreuels, Professor für Gregorianik und Liturgiegesang, tauchte mit dem Publikum in einem Festvortrag in die Welt der Gregorianik ein. Gesangsdarbietungen der Luxemburger „Schola Misericordias“ unter Leitung von Marc Dostert verdeutlichten die unterschiedlichen Singweisen des Chorals, die zu Lebzeiten Hermesdorffs zum „Trierer Choralstreit“ führten.

Kreuels beleuchtete die Ursprünge des Gregorianischen Chorals. Im Blick auf Hermesdorff, der 1855 in das Trierer Priesterseminar eintrat, erläuterte er, dass dieser nach der Urfassung des Gregorianischen Chorals geforscht habe.  Der Musiker wurde 1862 zum Domorganisten, 1874 dann zum Dommusikdirektor ernannt. Die von ihm entzifferten Handschriften-Faksimiles veröffentlichte Hermesdorff ab 1876 im „Graduale ad normam cantus S. Gregorii“. „Es war eine der bedeutendsten musikwissenschaftlichen Veröffentlichungen dieser Zeit und war wegweisend für die Forschungen des 20. Jahrhunderts. Dadurch trug er entscheidend zur ‚Rettung‘ des Gregorianischen Chorals bei“, erklärte Dahm.

Die Ausstellung über Michael Hermesdorff ist bis zum 21. November während der Öffnungszeiten der Dominformation zu sehen: Montags bis mittwochs von 10-17.30 Uhr, donnerstags bis samstags von 9.30-17.30 Uhr, sonn- und feiertags von 12-17.30 Uhr. Ab November ändern sich samstags die Öffnungszeiten auf 10-15 Uhr; an Sonn- und Feiertagen wird die Dominformation geschlossen sein. Am Christkönigsfest werden im Hochamt am Sonntag, 21. November um 10 Uhr der Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Stephan Rommelspacher Hermesdorffs Messe B-Dur op. 1 und Domorganist Josef Still Hermesdorffs „Präludium und Fuge für das volle Werk“ aufführen. Im Anschluss besteht letztmalig die Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.dommusik-trier.de




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