Bereichsuntermenü:


 

Contentbereich:

Pressedienst

Pressedienst

Dienstag, 16. August 2011

Kultur
Virtuelles Skriptorium
Mittelalterliche Handschriften aus St. Matthias werden digitalisiert

Abt Ignatius (rechts) und Prof. Embach mit einer Faksimileausgabe der mittelalterlichen Mattheiser Apokalypse
Trier – Die Bibliothek der Trierer Benediktinerabtei St. Matthias war eine der bedeutendsten des Mittelalters. 1.677 Werke, darunter mehr als 700 wertvolle Handschriften nannten die Mattheiser Benediktinermönche ihr Eigen – weit mehr als berühmte Universitäten jener Zeit wie Köln oder Heidelberg. Nach der Besetzung Triers durch französische Revolutionstruppen vor mehr als 200 Jahren wurden das Kloster und die Bibliothek aufgelöst. Ein Teil ging über die Zeit verloren, rund 400 Handschriften blieben Trier erhalten und gehören heute zur Stadtbibliothek oder der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars. Der Rest, rund 50 Handschriften, ist heute über die ganze Welt an 25 Standorten verstreut und in New York, Edinburgh, Wien oder Gent zu sehen.

Jetzt soll die einstige Klosterbibliothek wieder zusammengeführt werden – zumindest im Internet. Möglich macht das ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Digitalisierungsprojekt, das den Namen „Virtuelles Skriptorium St. Matthias“ trägt und das am Historisch-kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums (HKFZ) der Universität Trier angesiedelt ist. Ziel des jetzt gestarteten Projekts: Bis 2013 sollen die rund 450 noch erhaltenen Handschriften der mittelalterlichen Bibliothek frei im Internet zugänglich sein. Unter www.stmatthias.uni-trier.de sind schon jetzt die ersten digitalisierten Handschriften zu sehen. In Kürze sollen es bereits 100 mittelalterliche Handschriften sein, gab Prof. Dr. Michael Embach, Leiter der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs Trier jetzt bei einer Pressekonferenz in der Abtei St. Matthias bekannt. 

„Die Stadt Trier ist nicht nur für ihre antiken Kunst- und Kulturschätze bekannt, auch die christliche Epoche im Mittelalter ist berühmt und wird mit dieser Digitalisierung zur Geltung gebracht“, sagte Embach. Auch die Forschung soll profitieren. Mit einer derart rekonstruierten virtuellen Bibliothek sei die Absicht verbunden, das geistige Profil wichtiger Bildungszentren und deren Wachstum nachzuzeichnen und völlig neuartige Einblicke in die Produktions- und Rezeptionsbedingungen ihrer Bestände zu gewähren. 

Gemeinsam mit der St. Matthias Stiftung werden ab August auch einige der Handschriften in einer Vortragsreihe vorgestellt, zusätzlich soll es in der Stadtbibliothek eine kleine Ausstellung geben. Die Reihe beginnt am Mittwoch, 24. August 2011 mit dem Vortrag „Der Hoheliedkommentar des Williram von Ebersberg“ von Dr. Kurt Gärtner aus Marburg; am 21. September stellt Prof. Dr. Reiner Hildebrandt aus Marburg die Physika Hildegards von Bingen vor; am 5. Oktober sprechen Prof. Dr. Claudine Moulin und Prof. Dr. Michael Embach aus über „Das virtuelle Skriptorium St. Matthias – zur Digitalisierung der Handschriften“. Den Abschluss bildet am 19. Oktober der Vortrag von Prof. Dr. Peter K. Klein aus Tübingen über die „Die Trierer Apokalypse“. Die Vorträge finden jeweils um 20 Uhr im Pfarrzentrum von St. Matthias statt.

Weitere Informationen zur Vortragsreihe gibt es im Internet unter www.abteistmatthias.de



Diese Seite erreichen Sie unter: https://www.bistum-trier.de/goto/?7:89620