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Pressedienst

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Dienstag, 13. September 2011

Seelsorge
Waffenhandel stoppen
Bistumsversammlung von Pax Christi kritisiert deutsche Rüstungsexporte

Paul Russmann ist Mitglied des Vereins „Ohne Rüstung leben“

Trier – „Unsere Verfassung sollte den Export von Waffen grundsätzlich untersagen.“ Das hat Paul Russmann am vergangenen Wochenende in Trier gefordert. Russmann ist Mitglied des Vereins „Ohne Rüstung leben“. In Trier sprach er auf der Bistumsversammlung der katholischen Friedensbewegung Pax Christi (Der Friede Christi).

Pax Christi ist zusammen mit dem Verein „Ohne Rüstung leben“, mit dem Bund der deutschen katholischen Jugend (BdkJ) und mit anderen Organisationen, Träger der Kampagne „Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!“ Im Zentrum der Kampagne steht eine Unterschriftenaktion: 262.000 Unterschriften sollen bis zur Bundestagswahl 2013 gesammelt werden, um damit eine Petition beim Bundestag einzureichen. Ziel ist, eine Grundgesetzänderung anzustoßen, die den Waffen-Export verbietet. „Darüber hinaus möchten wir mit dieser Aktion Aufmerksamkeit gewinnen. Langfristig ist unser Ziel, Rüstungsexporte zu skandalisieren. Der Handel mit Waffen soll in der öffentlichen Wahrnehmung auf der gleichen Stufe stehen wie Drogen- oder Sklavenhandel“, sagte Russman.

Er kritisierte, dass Deutschland heute nach den USA und Russland der weltweit drittgrößte Waffenexporteur sei. „Wir beliefern mittlerweile anscheinend jeden“, sagte er. Fachleute schätzten, dass allein durch Handfeuerwaffen der deutschen Firma Heckler & Koch nach dem Zweiten Weltkrieg weit mehr als eine Millionen Menschen getötet worden seien. Gegen Heckler & Koch habe die Kampagne kürzlich Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz gestellt. Grund sei der Fund von Sturmgewehren der Firma in Libyen.

Bei der Verfolgung ihrer Ziele steht die Kampagne nach Angaben von Russmann im Kontakt zu allen politischen Parteien. Besonders appellierte Russmann in Trier an CDU und CSU: „Eine christliche Partei muss sich gegen den Export von todbringenden Waffen aussprechen. Es ist nicht nachvollziehbar, einerseits zwar gegen Abtreibung zu kämpfen und damit ungeborenes Leben zu schützen, andererseits aber Rüstungsexporte zu tolerieren. Das kann nicht christlich sein.“ Und auch von der Kirche erwartet der Referent deutliche Stellungnahmen: „Meiner Meinung nach hat nicht nur das Grundgesetz, sondern noch viel deutlicher das Evangelium einen klaren Friedensauftrag. Deswegen sollte sich die Kirche klarer gegen Rüstungsexporte und Waffenhandel aussprechen“, forderte er.

Weitere Informationen zu der Kampagne gibt es im Internet unter www.aufschrei-waffenhandel.de/




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