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Pressedienst

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Montag, 30. Januar 2012

Weltkirche
„Der liebe Gott hat mich nicht im Stich gelassen“
Solwodi-Gründerin Schwester Dr. Lea Ackermann wird 75
Schwester Lea Ackermann neben einem Bild des SOLWODI-Zentrums in Mombasa.
Sr. Lea Ackermann neben einem Bild des SOLWODI-Zentrums in Mombasa.
Boppard-Hirzenach – „Entweder ich verschwinde auf eine einsame Insel, oder ich mache Werbung für Solwodi“, antwortet Schwester Dr. Lea Ackermann auf die Frage, was sie an ihrem 75. Geburtstag am 2. Februar machen wird. Am Ende war es für sie aber keine Frage, dass sie sich auch an ihrem Geburtstag für die von ihr gegründete Hilfsorganisation „Solidarity with women in distress – Solidarität mit Frauen in Not“ (Solwodi) einsetzen wird. „Ich möchte auch keine persönlichen Geschenke“, stellt sie klar, „nur Spenden für Solwodi.“ Das ist keine Überraschung, hat sie ihr bewegtes Leben doch weit gehend dem Einsatz für Frauen und Kinder in Not gewidmet.

 
Geboren wurde Schwester Lea am 2. Februar 1937. Aufgewachsen ist sie im Saarbrücker Stadtteil Klarenthal. Die frühe Kindheit war geprägt durch den Zweiten Weltkrieg, sie erinnert sich noch an Bombardierungen und Evakuierungen. Später machte sie auf Wunsch ihres Vaters eine Banklehre und arbeitete als Bankkauffrau in Saarbrücken und Paris, doch das war ihr schnell zu wenig: „Ich war abenteuerlustig und fromm, ich wollte etwas von der Welt sehen.“ So trat sie 1960 den „Missionsschwestern unserer lieben Frau von Afrika“, auch genannt „Weiße Schwestern“ bei. „Da konnte ich sicher sein, dass ich nach Afrika geschickt werde.“ Sie musste sich aber noch sieben Jahre gedulden und ein Lehramtsstudium absolvieren, bis die Ordensleitung sie schließlich nach Ruanda schickte. Bis 1972 unterrichtete sie dort an einem Mädchen-Internat, dessen Direktorin sie 1970 wurde. Zurück in Deutschland studierte sie in München Pädagogik, Psychologie und Theologie, 1977 folgte die Promotion. Anschließend arbeitete sie als Bildungsreferentin bei Missio München und Dozentin an der Katholischen Universität Eichstätt.


1985 wurde Schwester Lea erneut nach Afrika geschickt, diesmal in die kenianische Hafenstadt Mombasa. Dort gründete sie Solwodi als Ausstiegsprojekt für Frauen und Mädchen in der Elendsprostitution. Dieses Engagement sollte von da an ihr Leben prägen. „Ich bin ins Kloster gegangen in der Nachfolge Jesu, und Jesus hat sich doch auch um die gekümmert, die an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden“, erklärt sie ihre Motivation. „Ich bin in Mombasa in die Bars und Bordelle gegangen und habe mit den Frauen gesprochen. Das hat mir den Rest gegeben, da musste ich etwas tun.“ Im Laufe der Jahre wuchs das Projekt zu einer Hilfsorganisation mit zahlreichen Einrichtungen in Kenia und Ruanda heran. Seit 1988 engagiert sich Schwester Lea mit Solwodi auch in Deutschland für Migrantinnen in Notsituationen, beispielsweise für Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Zwangsverheiratung.


Wie sie das alles geschafft hat, kann sich Schwester Lea selbst nicht so recht erklären: „Ich bin selbst erstaunt, dass ich so viel erreicht habe. Das ist für mich der größte Glaubensbeweis, der liebe Gott hat mich nicht im Stich gelassen“, sagt sie im Rückblick. Für ihr Engagement hat die, wie sie selbst sagt, streitbare Frau zahlreiche Ehrungen bekommen. Und auch heute ist sie noch immer mit vollem Einsatz für Frauen und Kinder in Not in aller Welt unterwegs, will aber allmählich etwas kürzer treten. Und so hat Schwester Lea doch noch einen konkreten Wunsch zu ihrem 75. Geburtstag: „Ich will in diesem Jahr eine Geschäftsführerin einstellen, die mich entlasten kann.“


Schwester Dr. Lea Ackermann feiert ihren 75. Geburtstag am 2. Februar in Boppard-Hirzenach, dem Hauptsitz von Solwodi. Um 18 Uhr gibt es einen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Bartholomäus. Danach gibt es ein musikalisches Programm und eine Theatereinlage, anschließend einen Sektempfang. Mehr Informationen unter www.solwodi.de.


Sr. Lea Ackermann im O-Ton




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