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Pressedienst

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Mittwoch, 25. April 2012

Heilig Rock-Wallfahrt
Über 4000 Pilger haben sich bereits am Schaff-Rock verewigt
Im Aktionszelt der „Aktion Arbeit“ wird informiert und geschafft

Lea (12) aus Sinhachenbach bringt mit Hilfe von Jörg Schommer von der Erwerbslosenselbsthilfe Püttlingen ihr „A“ an den Schaffrock an.
Trier – Der Schaff-Rock, ein sechs Meter großes stählernes Abbild des Heiligen Rocks, krönt das Aktionszelt der Aktion Arbeit des Bistums Trier. Hier können sich Pilgerinnen und Pilger nicht nur um das Thema Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsprojekte informieren, sondern sich auch gegen eine Spende selbst an dem Koloss verewigen.

Mit einer spektakulären Schiffs- und Straßenprozession ist das metallene Mahnmal gegen die Arbeitslosigkeit am 18. April auf den Konstantinplatz vor der Basilika gebracht worden. Seitdem gibt es ein Aktionszelt, und rund um den“ Schaff-Rock“ wird – wie könnte es anders sein – gehämmert, gedreht, gesägt – kurz: geschafft. Für fast vier Wochen sind Jugendliche damit beschäftigt, Draht-Befestigungen und kleine „A“-Logos der Aktion Arbeit aus Metall herzustellen. Besucher können diese kleinen Aufhänger am Schaff-Rock befestigen und sich auf diese Weise als Pilger verewigen, denn der Koloss soll nach der Wallfahrt einen ständigen Platz auf dem Gelände des Robert-Schuman-Hauses auf dem Trierer Markusberg erhalten. Zu den Jugendlichen gehört auch Dünya Cevik.
Er ist 20 Jahre alt, hat seine Ausbildung zum Metaller abgebrochen und ist jetzt seit etwa einem Jahr in einer Beschäftigungsmaßnahme bei der Erwerbslosenselbsthilfe (ESH) Püttlingen. Das Überbetriebliche Ausbildungszentrum der ESH Püttlingen will Jugendlichen und Erwachsenen durch Qualifizierung den Einstieg in den „Ersten Arbeitsmarkt“ ermöglichen. Auch Dünya hofft auf eine zweite Chance, doch mit einer Mischung aus Zuversicht und Skepsis schaut er auf die Zukunft: „Mein Ziel ist, dass ich einen Abschluss kriege und dann Geld verdienen kann. Es ist aber sehr schwer, einen Job zu finden.“ Neben den Püttlingern helfen weitere Ehrenamtliche aus Beschäftigungsbetrieben, Beiratsmitglieder der Aktion Arbeit, Mitglieder der Sozialverbände, aus Dekanaten und Kirchengemeinden und viele weitere Interessierte beim Aktionszelt mit.

Vielen Pilgerinnen und Pilgern, die am Konstantinplatz vorbei kommen, ist die Aktion Schaff-Rock bereits aus den Medien bekannt. „Andere fragen erst einmal: Was ist das, was soll der Schaff-Rock darstellen“, berichtet Rudolf Hammes, Geschäftsführer der Aktion Arbeit. Die Reaktionen seien sehr unterschiedlich: „Viele finden das toll, aber es gibt auch kritische Stimmen. Einige sagen: Das ist das goldene Kalb in Stahl! Andere sagen: Die Situation am Arbeitsmarkt ist nicht so schlimm, dass man einen solchen Aufwand betreiben sollte, und wieder andere meinen, man hätte das Geld, das der Schaffrock gekostet hat, besser für die Arbeitslosen einsetzen sollen.“ Auf die Kritikpunkte hat das Team um Hammes und Laura Busch von der Aktion Arbeit sowie Jörg Schommer von der ESH Püttlingen Antworten parat. Etwa, dass der Schaff-Rock überwiegend gesponsert wurde. Und dass die Situation am Arbeitsmarkt „bei weitem nicht so gut ist, wie sie in den Medien dargestellt wird: Wir haben vor allem im Bereich der Langzeitarbeitslosen große Probleme, wo wir kein Licht am Ende des Tunnels sehen“, beklagt Hammes. Und wie reagieren die selbst von Arbeitslosigkeit Betroffenen? „Einer unserer Helfer schimpfte zunächst mal auf die Arbeitslosen, bis er irgendwann sagte, dass er selbst keinen Job hat.

Da gibt es also durchaus Vorbehalte in den eigenen Reihen nach dem Motto: Die anderen sind alle faul“, erzählt Hammes. Seit einer Woche läuft die Aktion Schaff-Rock bereits. Trotz des Regens konnten bereits mehr als 4000 „A“s montiert werden. „Wir sind hier mitten im Geschehen der Wallfahrt zwischen Pilgerzelt und Dombereich, das ist ein guter Standort, aber wir wünschen uns jetzt endlich mal Sonne für einen längeren Zeitraum“, meint Schommer. Der große Schaffrock weckt auch das Interesse von Wolfram und Ingrid Wagner, zwei Pilgern aus Münchweiler bei Speyer. Sie kommen näher und suchen das Gespräch mit Hammes, der ihnen die Hintergründe der ungewöhnlichen Aktion erläutert. „Die Solidarität mit Arbeitslosen ist ein wichtiges Thema“, sagt Wolfram Wagner. „Gerade für Jugendliche, die keinen Schulabschluss haben, ist es wichtig, ihnen Chancen zu geben. Das ist eine gute Sache, und man sollte nicht darauf warten, dass der Staat etwas in die Wege leitet“, sagt Wagner. Seine Frau wirft derweil fünf Euro in die Spendensäule.

Die Spendengelder der Aktion Arbeit, für die auch die Kollekten der Gottesdienste während der Wallfahrt bestimmt sind, fließen in Projekte zur Beschäftigung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen. Ausbildungspatenschaften führen benachteiligte Jugendliche ins Berufsleben. Mehr Informationen gibt es unter www.aktionarbeit.bistum-trier.de. Das Spendenkonto lautet: KT 3001399011, Pax-Bank Trier, BLZ 37060193.

Noch bis zum 13. Mai lädt das Bistum Trier zur Heilig-Rock-Wallfahrt nach Trier ein. In dieser Zeit ist erstmals seit 1996 der Heilige Rock wieder im Trierer Dom zu sehen.  Die Wallfahrt steht unter dem Leitwort „und führe zusammen, was getrennt ist“. Der Heilige Rock, die Tunika Jesu Christi, ist die bedeutendste Reliquie des Trierer Doms. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, soll ihn im 4. Jahrhundert nach Trier gebracht haben. Informationen rund um die Heilig-Rock-Wallfahrt gibt es im Internet unter www.heilig-rock-wallfahrt.de oder im Wallfahrtsbüro, Tel.: 0651-7105-8012.




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