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Pressedienst

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Montag, 10. September 2007

Kultur
Pfarrkirche St. Johannes und Paulus wieder eröffnet
„Tag des offenen Denkmals“ in Beckingen – Buch zur Pfarrkirche erschienen

Beckingen – Hoch über der Talstraße in Beckingen lädt seit über 150 Jahren die Pfarrkirche St. Johannes und Paulus zu den Gemeinde-Gottesdiensten oder zum stillen Gebet ein. Von Juni letzten Jahres bis zum Palmsonntag musste die Pfarrgemeinde ihre Gottesdienste jedoch im benachbarten Saarfels feiern. Noch bis in die ersten Tage des September dauerten die notwendig gewordenen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten. Jetzt, rechtzeitig zum diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ am 9. September, konnte die Pfarrgemeinde den Abschluss der Arbeiten festlich begehen. Zahlreiche Gläubige nahmen am Festgottesdienst mit Abt Makarios Hebler, Pfarrer Christoph Eckert und weiteren Geistlichen teil. Auch das anschließende Fest zur Wiedereröffnung war gut besucht und zeigte die Verbundenheit der Beckinger mit ihrer Kirche.

Um diese Verbundenheit zu festigen und um Interessenten das Kirchengebäude noch näher zu bringen, gab es Führungen zur Baugeschichte. Roman Fixemer, Ingenieur aus der Pfarrgemeinde und Autor des zur Wiedereröffnung herausgegebenen Buches zur Geschichte der Beckinger Kirche, übernahm die informativen Rundgänge unter Einbeziehung auch des Standortes der Vorgängerkirche und der Grabkapelle von Pfarrer Franz Xaver Leidinger. Pfarrer Leidinger war der Motor für den Bau der „neuen“ Kirche, die von 1861 bis 1863 nach den Plänen des Saarlouiser Architekten Carl-Friedrich Müller im neugotischen Stil errichtet wurde. Leidinger, ein passionierter Maler und Künstler, sorgte mit seinen Entwürfen auch für die Ausgestaltung des Bauwerkes. Vom Orgelprospekt über den jetzt in Teilen wieder sichtbaren „alten“ Kreuzweg bis zum Aufriss des Hochaltares und dem dazu gehörenden Gemälde: alles aus Feder und Pinsel des Pfarrers. Rund 300 Gemälde hatte Pfarrer Leidinger geschaffen und über seine Werke, einschließlich der Baugeschichte der Kirche genau Buch geführt. Ein Schatz, der jetzt von Roman Fixemer gehoben wurde und in der von ihm verfassten 480-seitigen Baugeschichte für alle zugänglich gemacht wird (für 25 Euro im Pfarrbüro erhältlich). Nach der aufwändigen Renovierung der Wandmalereien sind wieder einige Werke des „Gründerpfarrers“ mehr zu sehen. Zwei Kreuzwegstationen wurden, so gut es ging, freigelegt und gesichert. Der ursprüngliche Kreuzweg nach den Entwürfen Leidingers wurde 1905 auf Anordnung des Bischofs entfernt. Die damals üblichen Petroleumlampen hatten die Bilder zu sehr geschwärzt. „Sehr zum Bedauern der Beckinger Bevölkerung“ habe man den Kreuzweg damals durch einen aus Terrakotta ersetzt, erklärt Autor Fixemer. Renoviert und neu aufgestellt wurden auch die zahlreichen Heiligenfiguren in der Kirche. Bis in die jüngste Zeit dauert die Stiftung dieser Figuren an, die jüngste stellt Pater Pio dar und stammt aus diesem Jahr. Etwa in der Mitte des Kirchenraumes ist an der rechten Seite das Taufbecken aufgestellt, unter der figürlichen Darstellung der Taufe Jesu. Der Taufstein stammt aus der Vorgängerkirche, die 1880/1881 abgerissen wurde. Hier ist wieder der ursprüngliche Sandstein–Fußboden der Kirche sichtbar, der wie alle Steine des Gebäudes aus dem nahen Steinbruch stammt. Auch die Säulen des Kirchenschiffes erzählen etwas über Pfarrer Leidinger. Der hatte auf die in der Gotik üblichen Kapitelle verzichtet und statt ihrer ein Spruchband oben rund um die Säulen vorgesehen. Darauf ist auch heute noch das „Sanctus“ zu lesen. Für den Künstler-Pfarrer ein Symbol dafür, dass das Lob Gottes die Kirche trägt.




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