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Pressedienst

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Mittwoch, 6. Mai 2009

Seelsorge
Altarweihe in Ariendorf
Kapelle St. Johannes der Täufer ist wieder religiöser Mittelpunkt des Ortes
Stephan Birrenbach mauert die Reliquie in den Altar ein, im Hintergrund Dompropst Rössel (re.) und Pfarrer Franz Kiefer
Stephan Birrenbach mauert die Reliquie in den Altar ein, im Hintergrund Dompropst Rössel (re.) und Pfarrer Franz Kiefer
Bad Hönningen-Ariendorf - Viele Bürger von Ariendorf hatten Hand angelegt und gespendet, um wieder eine Gebetsstätte zu haben: Nach der Sanierung der alten Kapelle St. Johannes der Täufer fand dort Ende April die feierliche Altarweihe durch Dompropst Werner Rössel statt.

Lange Zeit hatte es in der Kapelle keine Eucharistiefeier mehr gegeben. Bis 1957 war die Kapelle religiöser Mittelpunkt des Ortes gewesen. Danach waren Altar und die Reliquie des Hl. Johannes in der Kirche St. Johannes untergbracht. Dieses Gotteshaus wurde jedoch Ende 2007 profaniert („entweiht“) und im Frühjahr diesen Jahres abgerissen. Der Bürgerverein nahm sich der Wiederbelebung der 1712 oder möglicherweise schon 1708 errichteten Kapelle an. Er sammelte Spenden von Privatleuten und der Jagdgenossenschaft, dazu kamen Gelder der Kirchengemeinde und des Bistums. In rund 700 Stunden Eigenleistung sanierten die Mitglieder des Bürgervereins schließlich die Kapelle.

Diesen „außerordentlichen Opfersinn“ würdigte Dompropst Werner Rössel in der Predigt. Er ging auf die wechselvolle Geschichte der Kapelle über hunderte von Jahren und vielen Generationen ein, streifte Zeiten der Kriege, des Niedergangs und des Aufbaus. „Danken wir Gott, dass wir hier um den Altar sind, wo wir hingehören. Danken wir, dass wir eine Mitte haben“, sagte er. In ihrer Ursehnsucht nach Gott fänden die Menschen hier ihre Heimat durch die lebendige Gegenwarts von Christus. Der Tisch des Herrn sei eine Stätte der Freude, an dem die Christen Besinnung, neue Vergewisserung und geistliche Erneuerung erfahren. „Wir müssen uns dem geistlichen Kampf auch in diesen Tagen stellen“, appellierte der Dompropst. Die Christen müssten sich immer wieder gegenseitig vergewissern und stärken, um den Weg der Christen in der heutigen Gesellschaft gehen zu können, in der Sehnsüchte nur allzu oft entarteten. Zum Ritus der Altarweihe gehörte das Einmauern der Johannes-Reliquie an der Frontseite des Gabentischs, das Stephan Birrenbach vom Bürgerverein übernahm. Nach der Besprengung und Salbung des Altars mit Chrisam entzündete Dompropst Rössel den Weihrauch: „Durch Christus unseren Herren steigen unsere Gebete wie der Weihrauch gen Himmel“. Es folgte das Anzünden der Lichter auf dem Altar, der dann gereinigt und zur Eucharistiefeier mit Altardecke, Blumenschmuck und Kerzen hergerichtet wurde.
 
Bei der anschließenden Feier im Gemeindehaus lobte Stadtbürgermeister Guido Job das Engagement der Ariendorfer, die es nicht bei Visionen belassen, sondern den Visionen auch Taten hätten folgen lassen. „Die Profanierung und den Abriss der Kirche mit zu erleben war insbesondere für die alten Ariendorfer nicht einfach. Dass ihr dabei aber an dem Traum einer eigenen Gebetsstätte festgehalten und ihn gemeinsam habt Wirklichkeit werden lassen – das nötigt jedem Respekt ab“, sagte Job. „Mühe und Einsatz haben sich gelohnt“, befand auch Heinz-Günter Heck, Vorsitzender des Bürgervereins. Als nächstes sollen das Steinkreuz restauriert, das Turmkreuz umgearbeitet und wieder aufgestellt werden. Außerdem wollen die Ariendorfer den zwei Glocken aus der abgerissenen Filialkirche in einem neuen Holz-Glockenstuhl vor der Kapelle einen neuen Platz geben.




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