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Pressedienst

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Mittwoch, 10. Februar 2010

Bischof
Lückenlose Aufklärung
Bischof Ackermann zu Missbrauchsfällen

Trier – „Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt den Opfern. Für jeden Betroffenen ist ein Missbrauch eine persönliche Tragödie, die oft das ganze Leben schmerzhafte Spuren hinterlässt." Das hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am 9. Februar mit Blick auf die jüngsten Fälle von Missbrauch an Schülern in Einrichtungen der Jesuiten erklärt. An erster Stelle sei jetzt eine lückenlose Aufklärung gefordert, sagte der Bischof. Eine Verharmlosung oder ein Vertuschen dürfe es beim Thema Kindesmissbrauch ganz generell nicht geben. Er sei froh, dass die Jesuiten offensiv mit dem Thema umgingen.

Die Vorgänge seien auch „erschütternd und verheerend" für das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Kirche, erklärte Bischof Ackermann weiter. Zugleich wies er darauf hin, dass es im Bistum Trier, wie in den anderen deutschen Bistümern, seit 2002 einen Beauftragten gebe, an den sich die Opfer von Missbrauch direkt wenden könnten. Zwar sei dem Bistum seitdem kein Fall von Missbrauch bekannt geworden: „Das entbindet uns aber nicht davor, weiter alles erdenklich Mögliche zu tun, damit das auch so bleibt." So gelte es etwa in der Priesterausbildung – wie es bereits geschehe – das Thema „Sexualität" nicht zu tabuisieren, sondern stattdessen offen und unverkrampft damit umzugehen.

Der Bischof widersprach Einschätzungen, die einen Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindesmissbrauch herzustellen versuchten. Alle ernst zu nehmenden Untersuchungen machten deutlich, dass es einen solchen Zusammenhang nicht gebe. Bischof Ackermann: „Immer dann, wenn Missbrauchsfälle durch Priester bekannt werden, gibt es auch die Tendenz, Priester unter den Generalverdacht einer sexuellen Verklemmtheit und Abartigkeit zu stellen. Diese Einschätzung geht an der Wirklichkeit vorbei. Sie wird der Ernsthaftigkeit des Themas und insbesondere auch dem Leid der jeweiligen Opfer nicht gerecht. Und immer muss es um die Opfer gehen, sie müssen im Mittelpunkt stehen, ihnen muss – soweit das möglich ist – geholfen werden."




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