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Pressedienst

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Donnerstag, 29. April 2010

Priesterjahr
Freude am Glauben und der Begegnung mit Menschen
Krankenhaus-Seelsorger Gerhard Schwetje

Gerhard Schwetje ist Krankenhausseelsorger. Unzählige Patienten, Angehörige und Besucher der St. Elisabeth-Klinik und des Rotkreuz-Krankenhauses in Saarlouis haben den quirligen und lebensfrohen 74-jährigen Priester bei ihren Krankenhausaufenthalten kennen gelernt. Schwetje sucht das Gespräch zu den Kranken, zu ihren Angehörigen und auch zum Personal. Hier in der Klinik kann er alle erreichen, hierher kommen die Menschen aus allen Milieus, auch die, die sonst für die Kirche nicht erreichbar sind, sagt er und lächelt. In den Jahren hat er die Erfahrung gemacht, dass es in existenziellen Krisen, etwa einer bedrohlichen Krankheit, keine Unterschiede zwischen den Menschen gibt und auch keine Schranken. Der Klinikseelsorger will sich bei seinen Besuchen am Krankenbett nicht aufdrängen, aber alle sollen wissen, dass er da ist und zum Gespräch bereit. Und es entstehen viele Gespräche, berichtet er. Oft in Situationen, in denen er das vorher gar nicht vermuten konnte. „Wenn ich ein Krankenzimmer betrete, weiß ich nie, was auf mich zukommt, sagt er und freut sich über den „abenteuerlichen Aspekt“ seines Berufes. Seine Aufgabe sieht er darin, „den Patienten eine Tür zu einer Gottesbegegnung zu öffnen“. Das gelinge nicht mit dogmatischen Argumenten sondern im Hinhören auf die Lebenserfahrung der Menschen. Im Gespräch geht es ihm auch darum, den Patienten zu helfen, sich mit ihrer Krankheit auseinander zu setzen und sie anzunehmen.

Eine „vornehme“ Aufgabe sieht der glaubensfrohe Priester Schwetje darin, den Kranken die Angst vor dem Sterben zu nehmen. Er hat es oft erlebt, wie Todkranke aber auch ihre Angehörigen durch das Sakrament der Krankensalbung aus ihrer Verkrampfung gelöst wurden. Die Verdrängung des bevorstehenden Sterbens aufzubrechen, „vor allem bei den Angehörigen“, sieht er als wichtige Aufgabe an. Die vielen schwierigen Situationen, die er als Klinikseelsorger tagtäglich zu bewältigen hat, gehen nicht spurlos an dem Menschen Schwetje vorbei. „Dann muss ich vor den Tabernakel und beten“, sagt er. „Der Herrgott wird schon wissen, warum es so sein soll“. Das Gespräch mit Gott im Gebet nennt er „meine Supervision“. Trotz aller Belastung: „Ich habe noch keinen Tag bereut, diesen Schritt getan zu haben“, sagt er.

Gerhard Schwetje hat einen eher seltenen Weg zum Priesterberuf erlebt, schließlich hat er vier Kinder, neun Enkel. Den Jüngsten hat er vor kurzem in Turin getauft. Nach dem Abitur folgten das Studium der Rechts- und Staatswissenschaft, danach Landratsamt Saarburg, ein Jahr Bezirksregierung, zwei Jahre im Mainzer Wirtschafts- und Verkehrsministerium, für 12 Jahre Landrat im Kreis Südliche Weinstraße, ab 1982 Regierungspräsident in Trier: eine Bilderbuchkarriere eines politischen Beamten hat Gerhard Schwetje hinter sich, als 1991 die politische Mehrheit in Rheinland-Pfalz wechselt und er sein hohes Amt aufgeben muss. Auf Anfrage des damaligen Trierer Bischofs Dr. Hermann Josef Spital übernimmt Schwetje die Aufgabe des Direktors der Katholischen Akademie Trier. Als seine Ehefrau 1994 stirbt, fragt sich der 58-jährige, vierfache Vater was Gott ihm damit sagen will. Die Kinder waren erwachsen und aus dem Haus. Nach einem Jahr der Trauerarbeit und des Nachdenkens bietet er Bischof Spital an, Priester zu werden und in der Seelsorge mitzuarbeiten. Nach theologischem Eigenstudium und zwei Pastoralsemestern wird Schwetje am 5. Juli 1997 von Bischof Spital in Trierer Dom zum Priester geweiht, zusammen mit 23 weiteren Männern. Danach wird er nach Saarlouis geschickt. „Ein Glücksfall für mich“, sagt er heute.

Der rüstige 74-Jährige will noch ein Jahr in der Krankenhausseelsorge arbeiten. „Ich bin gesund. Und wenn der Bischof mich schon noch im hohen Alter geweiht hat, dann soll es sich wenigstens gelohnt haben“, zwinkert er. Im Ruhestand will er wahrscheinlich nach Trier zurückkehren. Je nach seien gesundheitlichen Kräften will er bereit bleiben, sich etwa in der Gesprächsseelsorge zur Verfügung zu stellen. Seine Erfahrungen als Priester? „Wenn jemand Freude am Glauben hat und Freude an der Begegnung mit Menschen, dann ist der Priesterberuf der schönste Beruf“, sagt Schwetje.

 
Gerhard Schwetje ist einer von über 700 Priestern, die im Bistum Trier leben und arbeiten. Papst Benedikt XVI. hat für den Zeitraum von Juni 2009 bis Juni 2010 ein Priesterjahr ausgerufen. Damit soll für mehr geistlichen Nachwuchs geworben und das Engagement und die Ideale der Priester gewürdigt werden.
 
Hans Georg Schneider




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