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Pressedienst

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Donnerstag, 16. Juni 2011

Bischof
„Und wenn schon“
Bischof liest Schülerinnen im Rahmen der Lesereihe „Armut“ vor

Bischof Ackermann liest im Mutterhaus vor Schülerinnen und Patientinnen
Trier – Aus dem Buch „Und wenn schon“ hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am Mittwoch, 15. Juni im Trierer Klinikum „Mutterhaus“ vorgelesen. Vor rund 80 Schülerinnen des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums (AMG) Trier sowie Patientinnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums las der Bischof Passagen aus dem Buch der Autorin Karen-Susan Fessel vor. Die Lesung fand im Rahmen einer Lesereihe zum Thema „Armut“ statt, die derzeit die Armutsausstellung des Stadtmuseums Simeonstift und des Rheinischen Landesmuseums Trier begleitet. Um vor allem auch Kinder und Jugendliche für die Thematik zu sensibilisieren, lesen prominente Trierer aus ausgewählten Büchern vor, die sich mit dem Thema „Armut“ beschäftigen.

„Und wenn schon!“ lautet der Titel des Buches, aus dem Bischof Ackermann den Mädchen und jungen Frauen vorlas. In dem Werk geht es um die siebenköpfige Familie Hannemann, deren Lebensumstände vom jüngsten Sohn Manfred geschildert werden. In derber, klarer und überaus sachlicher Sprache berichtet der Zwölfjährige von „Ma und Pa“, die ihre meiste Zeit mit Schnapstrinken und vor der „Glotze“ verbringen. „Für uns ist irgendwie alles nur schlecht. Wir haben billige Klamotten, billiges Essen und billige Geräte“, erzählt der Junge. Erst wenn das „Sozi“ komme, verschwinde für kurze Zeit „die Ebbe im Kühlschrank“. Eine kleine Wandlung der Trostlosigkeit ist erst zu erkennen, als Jochen, einer der Söhne verschwunden ist und sein Bruder Günter von der Polizei zurückgebracht wird. Beide Brüder sollen eine Supermarkt-Lieferung geklaut und den Lkw-Fahrer niedergeschlagen haben. In dieser Situation betont die Mutter plötzlich: „Wir halten zu Jochen und wir halten als Familie zusammen!“ 

An dieser Stelle endete der Bischof mit seinem Vorlesen. Er wisse nicht, wie die Geschichte ausgehe, sagte er seinen Zuhörern. Wie die Schülerinnen wolle er aber gerne den Rest der Geschichte erfahren. „Es geht gut aus“, verriet Buchhändlerin Susanne Link, die die Lesereihe mitorganisiert und schenkte dem Bischof kurzerhand ihr Exemplar. Sehr interessant sei für ihn gewesen, wie ungeschminkt die Familiensituation beobachtet und dargestellt sei, sagte der Bischof im Anschluss an die einstündige Lesung und sprach seinen Zuhörerinnen ein Kompliment aus. „Das ist schon eine Anforderung, so lange vorgelesen zu bekommen.“

Die Schülerinnen waren begeistert von der Lesestunde. Die Geschichte sei „richtig unter die Haut“ gegangen. Theresa, Annalena, Nele und Lena fanden vor allem gut, dass Bischof Ackermann die derben Ausdrücke nicht weggelassen, sondern mitgelesen hatte. So habe die Schilderung besonders echt gewirkt. Die vier Achtklässlerinnen waren sich im Gespräch mit ihrer Lehrerin Anne Kürsten auch einig, dass sie auf keinen Fall in Armut leben wollten, wie Familie Hannemann. Bildung, so die Schülerinnen, sei ein wichtiger Faktor, im künftigen Leben größere Chancen zu haben und nicht in Armut leben zu müssen.  



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