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Pressedienst

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Mittwoch, 25. November 2009

Seelsorge
Trauer, Abschied, Wehmut
Kirche Mariä Himmelfahrt in Trier-Ehrang profaniert

Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates verteilen nach der letzten Messe in der Kirche Senfkörner als Zeichen der Hoffnung.
Trier – Mit einem letzten Gottesdienst am Sonntag, 22. November haben sich die Gläubigen der Pfarrei St. Peter in Trier-Ehrang von der Kirche Mariä Himmelfahrt in Quint verabschiedet. Die Kirche wurde laut Dekret des Bischofs von Trier mit Wirkung zum 22. November für profan erklärt und hat damit ihre Weihe und Segnung verloren. Damit kann die Kirche jetzt „einer anderen, aber nicht unwürdigen Nutzung zugeführt oder gänzlich niedergelegt werden“, wie es in den Bestimmungen steht.

„Es ist ein Tag der Trauer, des Abschieds, der Wehmut“, sagte Dr. Markus Nicolay, Pfarrer von St. Peter in Trier-Ehrang. Er machte keinen Hehl daraus, dass es ihm sehr schwerfällt, eine der drei katholischen Kirchen in Ehrang zu schließen. Die Gremien der Pfarrei hätten sich die Entscheidung aber nicht leicht gemacht: „Es waren intensive und schwierige Diskussionen, geprägt vom Suchen nach der richtigen Lösung“, betonte Nicolay. Er bedankte sich bei allen, die sich in der Kirche engagiert haben und für die Solidarität der Gläubigen in der Pfarrei. Auch Gisela Born als Vertreterin des Pfarrgemeinderates betonte, dass sich niemand diese Entscheidung leicht gemacht habe. Das Aus treffe vor allem diejenigen, die diese Kirche mit aufgebaut hätten. Als Zeichen der Hoffnung für die Zukunft verteilte der Pfarrgemeinderat am Ende des Gottesdienstes Senfkörner.

Die letzte Messe in der 1973 geweihten Kirche hielt als Vertreter des Trierer Bischofs der Direktor des Bereichs „Pastoral und Gesellschaft“ im Bistum Trier, Monsignore Dr. Michael Kneib. „Dieses Gebäude als Zeichen der Gegenwart Gottes wird nun zum Zeichen des Rückzugs, dass die Kirche kleiner wird“, sagte er. Kirche sei nicht mehr „fest in den Herzen der Menschen verankert“, die Welt sei eine andere geworden. Für die Menschen im Stadtteil sei das ein Verlust, für viele sei die Kirche Mariä Himmelfahrt „ein Stück Lebensgeschichte“. „Ein Stück Heimat und Vertrautheit geht verloren“, bedauerte Kneib.

Trauer sei aber nicht das Einzige, was er an diesem Tag empfinde. „Sie haben sich der Wahrheit gestellt, betreiben keine Vogel-Strauß-Politik“, zollte Kneib der Pfarrei Anerkennung, „ich habe Respekt vor ihrem Verantwortungsbewusstsein.“ Mit Blick auf die Strukturreform des Bistums appellierte er an die Gläubigen in Ehrang, sich künftig nicht so sehr auf das „Bewahren“, sondern auf das „Gründen und Errichten“ zu konzentrieren. Er erinnerte die Gläubigen daran, dass es letztlich darum gehe, Zeugnis für Gott abzulegen: „Denkt in allem ärmer geworden sein daran: ihr seid letztlich nicht zum Bewahren von Gebäuden und Formen da.“

Grund für die Profanierung der Kirche ist nach Angaben von Pfarrer Nicolay vor allem der Rückgang an Kirchgängern. Sei der Sonntagsgottesdienst in Mariä Himmelfahrt anfangs von rund 200 Menschen besucht worden, so seien es zuletzt nur noch rund 30 bis 40 Gläubige gewesen. Auch sei es absehbar gewesen, dass man sich die Kirche „wirtschaftlich und personell“ nicht mehr leisten könne. Deswegen habe man sich nach einem „mehrmonatigen Meinungsbildungs- und Beratungsprozess“ entschlossen, den Antrag zur Profanierung zu stellen. „Man muss sich mit Blick auf weniger werdende Ressourcen auch die Frage stellen, wie viele Gottesdienstorte einer Pfarrei gut tun“, begründete Nicolay die Entscheidung.

In Trier-Ehrang gibt es rund 6.800 Katholiken. Die Pfarrgemeinde St. Peter verfügt nun noch über zwei eigene Kirchen, St. Peter und Christi Himmelfahrt. Die jetzt profanierte Kirche Mariä Himmelfahrt wurde 1972 fertig gestellt und 1973 geweiht. Die weitere Zukunft des Gebäudes ist derzeit noch unklar.



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