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Pressedienst

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Dienstag, 14. Juni 2011

Seelsorge
Wehmut und Aufbruch
Pfarrgemeinde St. Josef nimmt Abschied von ihrer Kirche St. Elisabeth

Nach dem letzten Gottesdienst in St. Elisabeth: Pfarrer Franz-Josef Werle bringt den Kelch mit den geweihten Hostien in die Pfarrkirche St. Josef
Riegelsberg – Die Kirche St. Elisabeth in Riegelsberg ist profaniert. Mit einem festlichen Gottesdienst unter Leitung von Monsignore Dr. Michael Kneib vom Bischöflichen Generalvikariat in Trier hat sich die Pfarrgemeinde St. Josef am Pfingstmontag von ihrer Filialkirche verabschiedet. Der letzte Gottesdienst in der voll besetzten Kirche wurde von zahlreichen Gemeindemitgliedern mitgestaltet, darunter auch der Kirchenchor St. Elisabeth, der Chor Cantate Domino und die Sacro-Combo.

Der Riegelsberger Pfarrer Franz-Josef Werle erinnerte an die Geschichte der Kirche St. Elisabeth, deren Bau 1964 beschlossen wurde, weil der Weg vom Ortsteil Hilschbach in die Pfarrkirche St. Josef als zu weit angesehen wurde. Grundsteinlegung war dann 1969, die erste Messe wurde an Weihnachten 1971 in der neuen Kirche gefeiert. Geweiht wurde St. Elisabeth am 18. Juni 1972. In der Folge habe sich St. Elisabeth zu einem geistlichen Zentrum für viele Gläubige in Hilschbach entwickelt. Pfarrer Werle benannte auch die baulichen Probleme, die sich im Laufe der Jahre an dem Gebäude zeigten, von der defekten Heizung bis zum schadhaften Stahlbeton. Das Schutzgitter das man außen vor der Kirche aufstellen musste, kündeten bis heute von den „Wunden des Gebäudes“ dessen Komplettsanierung nicht finanzierbar gewesen sei. Im Laufe der Zeit sei die Einsicht gewachsen, die Kirche aufzugeben. Die Entscheidung beschleunigt habe das Angebot der Zivilgemeinde, die Bauträgerschaft des benachbarten Kindergartens zu übernehmen und in diesem Zuge auch das Kirchengebäude samt Grundstück zu kaufen. Der Abschied vom Kirchengebäude erfülle die Pfarrgemeinde mit Wehmut und Trauer, schließlich werde auch ein Stück Heimat aufgegeben, sagte Werle. Er sei froh und dankbar, dass die Pfarrgemeinde im Prozess des Abschieds von St. Elisabeth immer gemeinsam gegangen sei.

In seiner Predigt nannte Monsignore Kneib den Abschied von der Kirche nach nur rund 40 Jahren einen „wehmütigen Gedanken“, vor allem für die Gemeindemitglieder, die mit diesem Gebäude besondere Erfahrungen verbinden, von der Taufe eines Kindes, der Feier der eigenen Trauung bis zum Totengebet für einen Angehörigen. Aber alles habe seine Zeit: „Die Fünfziger und Sechziger Jahre waren eine Zeit des Wachstums. Heute ist eine andere Zeit. Wir müssen manche Zelte abschlagen, um, von Gott geführt, weiter zu gehen“, sagte Kneib. Jetzt gelte es, Gott zu danken für all das Gute, das in dieser Kirche gesagt, gefeiert und verstanden wurde. In dieser Dankbarkeit könne man weiter ziehen in die Pfarrkirche St. Josef, wo die Talente der Gläubigen aus Hilschbach weiter wirken könnten. Kneib wünschte der Pfarrgemeinde „Hoffnung und Aufbruch“ und die Entdeckung, „dass der Herr lebt und mit der Gemeinde geht.“

Zum Schluss der letzten Messe in St. Elisabeth verlas Pfarrer Werle das bischöfliche Dekret über die Profanierung der Kirche, die damit ihre Weihe verlor. Die Leuchter am Altar wurden gelöscht, das bunte Altarkreuz und der Kelch mit den geweihten Hostien wurden aus der Kirche getragen und dann nach St. Josef überführt. Dorthin zogen auch viele der Gottesdienstteilnehmer zu einem festlichen Abschluss des Abschiedstages in der gemeinsamen Pfarrkirche.




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