Webangebot der Pfarreiengemeinschaft St. Erasmus (Rheinböllen)


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Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen

Nahe an Gott ... Nahe an den Menschen

Den Mittelpunkt von deinem Wesen hat Gott zur Wohnung sich erlesen. Kehr sanft hinein, da offenbart die Gottheit ihre Gegenwart.Gerhard Tersteegen

Im Labyrinth verlierst du dich nicht.Im Labyrinth findest du dich.Im Labyrinth begegnest du dir selbst.nach H. Kern

Ein Labyrinth ist kein Irrgarten. Ein Irrgarten enthält auch Sackgassen oder "Zirkel", d.h., wenn man dort rauskommt, wo man hergekommen ist und erlaubt dadurch, dass man sich wirklich verirrt. Ein Labyrinth jedoch besteht nur aus einem einzigen Weg, der zwar verschlungen ist, aber auf dem man in jedem Fall zum Ziel kommt. Dieser ist lediglich unübersichtlich so angelegt, dass man sich nicht leicht merken kann, in welche Richtung man gerade läuft. Man kann sich aber nicht verirren. Und das ist der Unterschied. Beides -Labyrinth und Irrgarten -wird fälschlicherweise gern mal synonym verwendet. Es sind aber verschiedene Dinge.

Von allen französischen Kirchen mit Fußbodenlabyrinth hat die Kathedrale von Chartres noch ein vollständig erhaltenes aus dem Mittelalter. Seit Jahrhunderten schreiten Menschen in den verzweigungs-und sackgassenfreien Windungen des Labyrinths und finden so zu Klarheit und zur Mitte. Auch wenn die Muster abweichen, ein Labyrinth folgt immer dem gleichen Schema: den längsten Weg auf engstem Raum darzustellen, mit Beginn am Rande und Ende im Mittelpunkt. Die christliche Kunst verbindet das Labyrinth mit dem Zeichen des Kreuzes und verleiht ihm einen neuen, tröstlichen Sinn. Oft verliert sich der Mensch und sucht den „Lebensfaden“. Das Labyrinth symbolisiert den Weg der Seele zur Befreiung.

Wer sich entscheidet aufzubrechen, öffnet sich Schritt für Schritt einer Erfahrung. Der Weg des Labyrinths verweist auf die menschliche „Erdenreise“ mit all den Herausforderungen und Prüfungen, an deren Ziel aus christlicher Perspektive das Ankommen bei sich und bei Gott steht.

Erfahrung

Achtsam folge ich mit einem Stift den Linien des Labyrinthes oder bleibe in der Bildbetrachtung:

  • Ich „trete“ in das Labyrinth ein ...
  • und lasse mich auf den Weg ein, Windung um Windung.
  • Was empfinde ich, schon nach kurzer Zeit nah an der Mitte zu sein?
  • Wie geht es mir, dann aber wieder von der Mitte nach außen geführt zu werden?
  • Was fühle ich, wenn ich an einem Wendepunkt bin und die Richtung wechsle?
  • Welche Gedanken und Empfindungen nehme ich wahr während der Bewegungen?
  • In der Mitte angekommen: Was wird in mir lebendig -am Ziel zu sein?
  • Was ist eine gute Weise für mich, das Labyrinth zu verlassen?
    (nach Ulrike Gentner)

    Ich wünsche Ihnen lebendige Erfahrungen der eigenen und der göttlichen Mitte
Thomas Schneider